Umsatzsteuervoranmeldung Österreich Finanzonline

Hallo liebes Sevdesk-Team,
Ich wollte gerade die Umsatzsteuervoranmeldung für Österreich via FinanzOnline einrichten, kann die Funktion aber leider nicht finden.

Könnt ihr mir dabei helfen?

Beste Grüße,
Philip

Hallo Philip,

leider haben wir bisher noch keine direkte Anbindung an das Finanzamt in Österreich.
Bedeutet hier kannst du diese nicht direkt aus sevDesk verschicken.
Unter Auswertungen -> Umsatzsteuer kannst du sie dir anzeigen lassen.

Viele Grüße,
Eduard

Hallo Eduard,

danke für deine Antwort. Schade, dass die Integration mit Österreich (noch) nicht funktioniert.
Die Seite über Umsatzsteuervoranmeldungen finde ich etwas irreführend, da dort auch Logos wie „optimiert für Österreich“ angeführt sind.
Das könnte man sicher besser gestalten.

Gibt es derzeit Pläne für eine entsprechende Integration?

Beste Grüße,
Philip

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Hallo Philip,

ja wir haben bereits Pläne die Funktionen für Österreich weiter auszubauen.
Dies wir allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen.

Viele Grüße,
Eduard

Hallo,

auch wenn das hier schon älter ist:
Was mache ich mit Rechnungen von Lieferanten, für die ich 20% USt. in OE zahlen muss? Wenn ich diese mit 20% USt. buche, tauchen die dann in meiner UStVA auf (was ja falsch wäre), oder nicht? Und wenn ich diese dann deswegen brutto ohne USt. buche (0%) damit meine EÜR stimmt, wie kann ich diese dann „flaggen“ damit ich daran denke, bis zum 30.06. des Folgejahres die USt. beim FA Graz geltend zu machen? Die Zahlung des FA Graz kann ich dann wiederum auch nicht gegen Umsatzsteuer Erstattungen buchen, denn da ist es ja nicht belastet worden (wegen der UStVA). Ich müsste also in die Lieferantenrechnungen gucken und die Erstattung aus Österreich gegen die Aufwandkonten buchen, gegen die ich vorher „brutto“ gebucht habe.

Im Moment tagge ich die Belege und hoffe dann, dass ich nicht vergesse mich darum zu kümmern…

Ideas?

Gruß
Marcus

Hallo @Marcus_Merz,

vielen Dank für deine Rückfrage.
Du solltest generell die Rechnung aufgrund von Reverse Charge ohne USt. erhalten und diese dann bei dir als Ausgabe Beleg anlegen.
Andernfalls müsstest du die Rechnung normal mit Steuern anlegen und das auch normal versteuern.
Denn du kannst immer nur bei deinem Finanzamt selbst Steuern geltend machen und nicht bei anderen Finanzämtern.

Freundliche Grüße,
Katrin

Hallo @Katrin_von_sevDesk,

wenn Du eine Veranstaltung in Österreich oder einem anderen Land im Gemeinschaftsgebiet besuchst, dann ist diese Leistung dort steuerbar und unterliegt der lokalen Umsatzsteuer - Ust.-ID hin oder her. Reverse Charge findet hier also keine Anwendung.

Ausgaben, die der Unternehmer im Ausland tätigt sind Betriebsausgaben, wenn sie ausschließlich dem Erhalt des Geschäftes dienen. Der Beleg muss also inklusive der Umsatzsteuer mit dem Bruttobetrag und ohne USt. (0%) gegen das Aufwandkonto gebucht werden. Da es sich um ausländische Umsatzsteuern handelt, darf davon in der UStVA nichts auftauchen. Der Unternehmer hat schließlich in Deutschland keine Umsatzsteuern gezahlt.

Wenn der Betrag der ausländischen Umsatzsteuer einen gewissen Schwellenbetrag überschreitet (in OE sind dies soweit ich weiß 360,- EUR) dann kann diese Umsatzsteuer bis zu einem Stichtag (30.06. des Folgejahres in OE) im Ausland geltend gemacht werden (FA Graz für Österreich).

Die Umsatzsteuererstattung wird dann ebenfalls ohne (inländische) USt.und somit neutral für die UStVA gegen das ursprüngliche Aufwandkonto gebucht.

Gruß,
Marcus

Disclaimer: Ich bin kein Steuerberater und daher ist all dies meine laienhafte private Meinung. Vor der Umsetzung sollte sich jeder mit seinem eigenen Steuerberater über die Vorgehensweise dieser Buchungsvorfälle abstimmen.

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Hallo,

gibt es schon ein absehbares Releasedatum für die finanzonline.at Anbindung?

Freundliche Grüße
Severin

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Hallo Katrin,

wird die Rechnung mit 0% Steuern oder den im Inland geltenden Steuersatz (z.B. 20% in AUT) gebucht?

Freundliche Grüße
Severin

Hallo @Severin_Koerbler,

willkommen im sevDesk Forum!

Wenn du einen Beleg mit Reverse Charge erfasst, müsstest du dort den Nettopreis eintragen. Mit der richtigen Umsatzsteuerregelung wird dir die Steuer dann in der Umsatzsteuer und einmal in der Vorsteuer angezeigt und wird somit miteinander verrechnet.
Die USt wird aber im eigenen Land fällig, also meines Wissens nach mit 19%. Frag dazu am besten noch mal deinen Steuerberater.

Falls du aus Österreich bist, kannst du in der Umsatzsteuerregelung keine Feld Nummer angeben, da es in Österreich eben leider noch nicht möglich ist die Ust.-VA direkt in sevDesk zu erstellen.
Da ist es mit der Umsatzsteuerregelung also nur möglich den Beleg entsprechend zu erfassen aber nicht die Steuer zu verbuchen.

Ein Releasedatum steht dafür leider noch nicht fest, wir werden euch aber informieren sobald sich das ändert.

Viele Grüße
Anil

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Hallo @Anil_von_sevDesk,

ich habe dasselbe Problem wie @Severin_Koerbler. Ich bin ebenfalls aus Österreich und zunächst einmal ist es natürlich sehr schade, dass es noch keine Anbindung an finanzonline.at gibt, vor allem da ich irgendwie damit gerechnet hatte, dass die Anbindung ans Finanzamt auch für österreichische User möglich ist. Nunja, ich möchte sevdesk trotzdem eine Chance geben, auch in Hinblick auf die zukünftig verfügbare Anbindung an finanzonline.

Nun bin ich aber leider ziemlich verwirrt, wie meine Reverse Charge Rechnungen richtig zu verbuchen sind. Gibt es dafür eine Anleitung (für österreichische User), oder kannst du es kurz erklären? Ich konnte leider nichts dazu finden.

Insbesondere würde ich gerne wissen, wie die entsprechende Umsatzsteuerregelung genau einzustellen ist und wie die Rechnung selbst dann zu verbuchen ist, damit die Reverse-Charge-Rechnungen erstens in der E/A-Rechnung korrekt aufscheinen, als auch unter „Auswertungen->Mehrwertsteuer“ irgendwie aufscheinen, damit ich zumindest sehe, welche Beträge ich dann bei der Ust-Voranmeldung beim Finanzamt manuell fürs Reverse-Charge-Verfahren eintragen muss.

Vielen Dank,
Lisa

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Hallo Lisa_W,

hast du hier eine Antwort erhalten?

Ich habe nämlich das selbe Problem (Einzelunternehmer aus Österreich).

Wie verbuchst du deine Reverse Charge Rechnungen richtig?

Danke und LG

Habe ebenfalls das gleiche Problem. Auch selbstständig in AT.

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Hallo @Lisa_W, hallo @Manuel_Heuzontner, hallo @Johannes_Jank!

Wir arbeiten schon seit 2 Jahren mit sevDesk in Österreich (Salzburg). Grundsätzlich ist das Verbuchen von Reverse Charge Rechnungen kein Problem. Ihr müsst euch dazu eine Umsatzsteuerregelung mit einem Steuersatz von 0 % wie folgt anlegen:


Reverse Charge für Ausgaben


Innergemeinschaftlicher Erwerb für Ausgaben


Reverse Charge für Einnahmen


Innergemeinschaftliche Lieferungen

Die Schlüssel stammen aus dem DATEV Standardkontenrahmen für Ö.

Bei der Umsatzsteuervoranmeldung müsst ihr dann einfach den Wert, den ihr mit Reverse Charge verbucht habt eintragen und den Wert bei der Bemessungsgrundlage für die Vorsteuer wieder abziehen. Also alles easy cheesy :smiley:

Was man vielleicht noch erwähnen sollte, wenn jemand die Umsatzsteuererklärung in Österreich aus sevDesk heraus macht: Die Werte stimmen nicht, weil sevDesk nur nach deutschem Recht bucht. In Österreich ist der Vorsteuerabzug dann fällig, wenn man bezahlt hat. In DE geht das nach dem Leistungszeitraum (wieso auch immer). Daher müsst ihr vor dem Einreichen der UStVa die quartalsüberschneidenden Belege händisch korrigieren. Früher hat das mal funktioniert, aber sevDesk unterstützt österreichische Kunden in der Hinsicht leider nicht mehr.

Ich würde mich ohnehin gerne mit österreichischen sevDesk Kunden austauschen. In der Bedienung ist das Programm recht gut, nur eben leider nicht für Österreich direkt verwendbar, da die Auswertungen hier falsch sind. Vielleicht kann man sich ja austauschen und bei den Fehlern unterstützen :slight_smile:

Lieben Gruß aus Salzburg,
Matthias

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Wow… Danke für diese Übersicht!!

Hallo @Matthias_Lang

erstmal vielen Dank für deine Beschreibung. Ist uns echt eine große Hilfe, da uns dieses Thema echt schon „Bauschmerzen“ bereitet.

Ich habe die Umsatzsteuerregeln wie von dir gezeigt erstellt.

Nun habe ich eine Rechnung von Amazon ohne Ust € 22,02N (also netto) mit dem Vermerk "steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung. Leistungsempfänger Steuerschuldner gemäß Artikel 194 der MwSt-Richtlinie.

Ich habe diese Rechnung jetzt wie folgt eingegeben:
Auschnitt Rechnung

Ohne Steuer und innergemeinschaftlicher Erwerb 20 % angeklickt.

Wenn ich dann auf die Mehrwert-Steuerauswertung gehe sieht dies wie folgt aus:
Vorsteuer ig Erwerb

Ist dies nun so richtig?

Wir würden uns auch freuen, wenn wir uns mit östererichischen Unternehmen austauschen könnten und uns unterstützen könnten. Gemeinsam weiß man ja dann oft doch mehr :slight_smile:
LG aus Linz
Manuel

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Hallo @Manuel_Heuzontner!

Ja genau, das stimmt nun so. Und aus dem heraus kannst du dann easy die Ust.VA machen. Die Vorsteuern/Bemessungsgrundlage gibst du dann in die Kennzahlen 065 und 021 (innergem. Erwerb) und 066 und 057 (Steuerschuldnerschaft ein).
Ich lasse dir eine PN für den Kontakt zukommen…

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Hallo @Matthias_Lang ! Vielen Dank für diese Ausführliche Erläuterung. Für mich als Laie ist nun nur noch der Unterschied zwischen Reverse Charge und Innergemeinschaftlich nicht ganz verständlich. Warum reichen nicht zwei Regelungen, also Reverse Charge als Regel für Ausgaben und Reverse Chrage als Regel für Einnahmen?

Bitte entschuldige, wenn das eine dämlich Frage ist.

lg,
Johannes

Lieber @Johannes_Jank,

gerne!

1. Reverse Charge bedeutet „Umkehr der Steuerschuld“. Das heißt, dass die Steuer nicht von Amazon in DE abgeführt wird, sondern du diese in Österreich beim Finanzamt abführen musst. Das ist eine Regelung in der EU, um die Bürokratie zu vereinfachen. Im gleichen Zuge kannst du die Vorsteuer aber wieder geltend machen (sofern du Vorsteuerabzugsberechtig bist) und diese zurückfordern, es bleibt also bei einer Steuerlast von 0. Klingt komplexer als es ist.

2. Innergemeinschaftliche Lieferungen aus dem EU-Inland sind steuerfrei. Hier kommt es nicht zur Umkehr der Steuerschuld, sondern diese sind per se steuerfrei, sofern es sich – und jetzt wird es wichtig – wirklich um eine Lieferung einer Ware in dein Land handelt. Sprich die Ware muss die Grenze nach Ö überschreiten.

Auf den Rechnungen deiner Lieferanten findest du eh immer den korrekten Hinweis ob Reverse Charge oder innergemeinschaftliche Lieferung, aber als Merksatz:

Wenn etwas über die Grenze transportiert wird ist es eine steuerfreie, innergemeinschaftliche Lieferung, bei Dienstleistungen oder z.B. Softwarelizenzen handelt es sich um Reverse Charge!

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Hey Matthias,

super danke, nun ergibt das alles Sinn :slight_smile: Im Endeffekt läuft ja beides für mich wieder auf „0“ raus, nur etwas Bürokratie dahinter, wie das verbucht und gegengerechnet wird beim Finanzamt. Also nochmal als Beispiel, wenn ich als Photograph nun eine Rechnung nach DE stelle, stelle ich diese mit der Reverse Charge Regelung, und markiere diese auch so in sevDesk. Wenn ich bei Amazon etwas kaufe, und es zu mir verschickt wird, führe ich das als Innergemeinschaftlichen Erwerb.

Danke vielmals!! Frohe Feiertage!