Umsatzsteuer Voranmeldung - falsche Zahlen

hallo, jens, verstehe ich nicht warum hier das belegdatum zählt und nicht das bezahldatum. ich kann keine rückwirkende USTVA machen. was ist mit den belegen die ende des monats kommen und im folgemonat bezahlt werden und USTVA schon erstellt wurde. wenn ich den support kontaktiere bekommt man leider nur kurze antworten die einem nicht weiterhelfen, deswegen versuche ich es hier

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Hi,

bei der Ist-Versteuerung zählen nur die Zahlungseingänge, sowie Zahlungsausgänge. Das Belegdatum ist nicht relevant, dann wäre es keine Ist-Versteuerung. Der Jens hat schon Ahnung in diesem Gebiet, aber ich kann nur das sagen wie mein Steuerberater das sieht und wie wir die Belege entsprechend dem Abrechnungsmonat zuordnen.

Letztendlich zählen die Zahlungen auf den Konten und Kassen in dem Zeitraum, da kann auf dem Beleg auch 1900 stehen, nicht?

Gruß
Shelby

Hallo @Andreas_Weigl,
bist du zufällig auch aus Österreich? Da gibt es nämlich einen gravierenden Unterschied im Gesetz…

@Matthias_Lang hat recht, ich spreche hier nur für D :slight_smile:

Bei der gemeinen Mehrwertsteuer unterscheidet man zwei Unterarten:
Die fiese Umsatzsteuer ist das, was Du dem Kunden in der Rechnung mit unterjubelst. Die beißt, kratzt und juckt, also musst Du zusehen dass Du regelmässig zum FA gehst (meist jeden Monat) und Sie dort von Deinem Konto entfernen lässt.
Die kuschelige Vorsteuer trifft man seltener, meist bleibt Sie als Trost zurück wenn man irgendwo am Wegesrand von einem Lieferanten beraubt wird. Die musst Du hegen und pflegen, sorge auch monatlich dafür dass sie nicht aus Versehen mit der Umsatzsteuer im FA landet.

Regel für deutsche Gehege: Vorsteuer entsteht immer in dem Augenblick, wenn man Sie erblickt - egal ob man Sie schon gefangen hat oder noch jagt.
Bei der Umsatzsteuer kann man sich öfter mal aussuchen wann man sie dem FA unterschieben möchte, ob direkt bei Sichtkontakt oder erst wenn Sie einen gebissen hat.

Viele Grüße
Jens

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Hallo Jens,

d.h. das Lieferdatum spielt eine wichtige Rolle, wenn ich einen Beleg anlege.
Interessant bei dem 3. Beispiel, der Fliesenleger der die Ist-Versteuerung anwendet.

Gruß
Shelby

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@Shelby, das ist richtig!

Mit der Einschränkung/Abwandlung:

  • Der Fliesenleger erhält die Lieferung am 13.09.2020: Leistungsdatum
  • Er macht zum 10.10.2020 seine UStVA, die Rechnung für die Lieferung ist nicht enthalten
  • Er bekommt am 12.10.2020 die Rechnung

Was tun?
Es ist tatsächlich ganz einfach und buchhalterischer Alltag. Habt ihr mal darüber nachgedacht, das in der Buchhaltung immer ein „EINGANG“ Stempel vorhanden ist? Vielleicht habt ihr auch selbst einen? :slight_smile:
Im obigen Fall kommt Stempel mit Eingang 12.10.2020 drauf und Zack, dürft Ihr die Rechnung im Oktober bzw. Q4 buchen.
Wenn Ihr nämlich häufiger mal eine „Berichtigung“ der UStVA übersendet, weckt das schnell das Interesse des FA.

Viele Grüße
Jens

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Frage: Wenn die Rechnung am 12.10. kommt und er seine USTVA am 10.10. gemacht hat, wie soll er sie dann im September einbuchen??? Wenn dann müsste er die Rechnung ja im Oktober buchen?

Sorry! :mask:

Hab es berichtigt, natürlich meinte ich Oktober, da hast Du recht :slight_smile:

:-), kein Problem. Frage dann noch wie ich den Eingang in SEVdesk anlege.

Im oben beschriebenen Fall darfst Du (weil es in sevdesk nicht anders geht) Belegdatum und Lieferdatum auf das Eingangsdatum des Belegs setzen.
Aber nur, wenn auf Du auf der Rechnung den Stempel mit Eingangsdatum hast!
Sonst gibts Chaos :exploding_head:

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Wenn ich die rechnungen in sevdesk habe, muss ich sie dann als papier auch noch aufbewahren???

Heißes Thema Andreas, ich persönlich würde es immer in Papierform haben wollen.
Das ist ein Thema für sich. Es ist möglich, aber ich kann dir nicht die Voraussetzungen dafür nennen.

I.d.R. gibt es der Steuerberater vor, wie die Aufbewahrung erfolgen soll.
Wer meint ohne Steuerberater arbeiten zu können, der sollte darauf eine Antwort haben. :stuck_out_tongue:

Viele Grüße
Shelby

@Andreas_Weigl,
wenn Du auf das Papier verzichten willst, musst Du ein GoBD zertifiziertes DMS (https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentenmanagement#Dokumentenmanagementsysteme) verwenden. Es hält nur dann den rechtlichen Bestimmungen stand, wenn die Dokumente (unter anderem) unveränderlich und dauerhaft gespeichert sind.
Solltest Du ernsthaft über ein konformes DMS nachdenken, hast Du mit Deinem Unternehmen sicher schon seit einiger Zeit eine eigene Buchhaltungsabteilung und denkst mit einem lachenden (und einem weinenden?) Auge an die Zeit von sevdesk zurück :grin:

Bleib bei den Aktenordnern.

Gruß
Jens

Hallo,
was ich tatsächlich nicht verstehe:
Durch die Einführung des Lieferdatums in Sevdesk im Rahmen der MwSt-Umstellung hat Sevdesk auch rückwirkend alle Umsatzsteuervoranmeldungen angepasst. D.h., schaue ich mir jetzt UStVA von 2019 an, sehen diese anders aus als die, die ich dem FA gemeldet habe. Wurde dies damals gemäß Bezahldatum den einzelnen Monaten zugeordnet, so findet es nun nach Lieferdatum statt.
Ich verstehe einfach nicht wie man die Programmierung auch für alle rückwirkenden, bereits gemeldeten Zeiträume so durchführen kann.
Das gleiche gilt für die EÜR, wo die Daten entsprechend nicht mehr mit den gemeldeteten UStVA übereinstimmen.
Die EÜR wurde nach dem 01.07.20 gezogen (also mit neuem Programmstand und Pflichtfeld des Lieferdatums), die UStVA noch mit altem Programmstand.
Nun passen die Daten nicht mehr zusammen.
Das ist mir einfach unerklärlich wieso die Altdaten angepasst werden.
Da sind Rückfragen und eine Ablehnung des FA garantiert.
Oder mache ich einen Denkfehler?

Guter Punkt @Jan_B.
Die Frage stellt sich wirklich, vor allem ob durch die Unstellung evtl. sogar Belege doppelt oder gar nicht bei der UStVA erfasst werden.
Ich bin gespannt auf die Antwort vom sevDesk-Team …

ob sich hier jemand vom team meldet? sollte man hierzu sevdesk direkt anschreiben?

Normalerweise meldet sich jemand vom sevDesk Team auch hier. Wenn es dann individueller wird oder ins eingemacht geht, wird darauf verwiesen eine entsprechende Supportanfrage zu stellen.

Hallo zusammen,
ich hol den Thread nach oben, weil ich das Verhalten auch bei mir bestätigen kann.

Die gesamte UStVA von 2020 hat bei mir jetzt andere Zahlen bei der Vorsteuer. Die ganzen Vorsteuer-Zahlen, die ich vor der 16 % Umstellung ans Finanzamt übermittelt habe, stimmen mit denen Vorsteuer-Zahlen, die heute bei Sevdesk angezeigt werden, nicht mehr überein - überall sind jetzt Abweichungen von wenigen Euro bis 10 Euro – die Änderungen jetzt im Nachhineine zu vollziehen, unmöglich.

Auch bei mir weicht jedoch der Juni deutlich ab, hier habe ich nach den neuen Zahlen auf einmal 50 Euro zu wenig Umsatzsteuer ans Finanzamt übermittelt und ich kann mir diese aufgekommene Differenz überhaupt nicht erklären. :roll_eyes:

@Eduard_von_sevDesk
Ich bitte hier um eine Stellungnahme.
Eure Programmierer sollten es bitte bei solchen Umstellungen tunlichst sein lassen, dass Zahlen, insbesondere solche, die schon ans FA übermittelt wurden, rückwirkend geändert werden. Kein Mensch kann hinterher mehr nachvollziehen, woher die veränderten Zahlen kommen und WIR müssen das dem Finanzamt erklären.

Ich noch einmal,
ich bin dem Juni-Fehler auf die Schliche gekommen. Der war aber auch wirklich fies… und so wieder etwas Neues über Sevdesk gelernt.

Bei mir lag es an den wiederkehrenden Rechnungen, von denen ich einige abgelegt habe und im monatlichen Rhythmus laufen lasse.

Im Zuge der 16 % Umstellung habe ich die geänderten Rechnungen aber gesondert erfasst und mit den Zahlungsausgängen verknüpft.

Was ich nicht wusste: Sevdesk zählt die wiederkehrenden Rechnungen auch dann zur UStVA, wenn man sie NICHT mit Zahlungsausgängen verknüpft!

Daher wurden die wiederkehrenden Rechnungen (nicht mit Zahlungsausgängen verknüpft) und die gesonderten erfassten Rechnungen tatsächlich doppelt hinzugefügt.

Daher unbedingt bei den Belegen schauen, ob da wiederkehrende drin sind und insbesondere, ob ihr da einige Belege als Offen stehen habt.

Ich wusste vorher nicht, dass diese auch zur UStVA mitzählen – bin davon ausgegangen, dass man Belege erst mit Zahlungsausgängen verknüpfen muss, jedenfalls bei der Ist-Versteuerung!

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Hallo @Kay,

das wurde auch schon in anderen Threads thematisiert. Für Deutschland gilt:
Die Vorsteuer für die UStVA wird fällig bei Rechnungseingang bzw. zum Rechnungsdatum. Das ist unabhängig von der Soll- oder Istversteuerung.

Gruß
Jens

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